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 | Pop-Philosophie |
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1 neue Liebe ist wie ein neues Beben... äh, Leben
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Warum eine neue Liebe wie ein neues Leben ist, aber auch wehtut – und stinkt
Donna Summer trauerte 1978 in ihrem Lied „MacArthur Park“ um ein verlorenes Kuchenrezept. Das Sangesduo Klaus & Klaus konstatierte 1981 überrascht: „Da steht ein Pferd auf dem Flur“. Und die britischen Glatzköpfe Right said Fred thematisierten 1992 in dem Song „I´m Too Sexy“ das Dilemma, zu attraktiv für das eigene T-Shirt zu sein.
Von Ausnahmen wie diesen abgesehen jedoch, haben Musiker nur eines im Sinn: die Liebe. Und das nicht etwa erst seit der Erfindung der Rock- und Pop-Musik. Schon im 12. Jahrhundert sorgten Minnesänger dafür, dass das Mittelalter ein bisschen weniger finster war.
Wer also denkt, Elvis Presleys Hüftschwung läutete die erotische Ära der Musikgeschichte ein, liegt falsch. In den Zeiten des Keuschheitsgürtels waren keineswegs nur keusche Gedanken angesagt. Manche Barden texteten nicht weniger versaut als die Rapper der Neuzeit, die in ihren Musikvideos auf MTV und Viva die halbnackten Puppen tanzen lassen. Musikvideos gab es damals natürlich nicht. Wohl aber Songtexte, die heutzutage den Aufdruck „Parental Advisory: Explicit Lyrics“ aufs CD-Cover geklebt bekämen. Denn neben der Klage über unerfüllte Liebe und der Lobpreisung der Angebeteten konnten die Popstars des Mittelalters auch ein Liedchen von erotischen Eskapaden singen.
Falls Sie sich nun fragen: „Was hat das mit mir zu tun?“: Viel geändert hat sich seit dem Mittelalter nicht. Abgesehen davon vielleicht, dass die Mieten teurer geworden sind. Die drei großen Themen der Lovesongs sind nach wie vor die, welche schon in der Ära der Minnelieder die Charts dominierten: Die beiden kriegen sich nicht oder sie kriegen sich, wobei letztere Variante an den vielen Moll-Akkorden leicht zu erkennen ist. Nicht zu vergessen Variante C: One-Night-Stands und Affären. Eintagsfliegenliebe. Und, hoffentlich ist das nun kein Schock für Sie: Im Grunde genommen gibt es in der Wirklichkeit auch nicht mehr Varianten der Liebe als diese drei.
Damit Ihr ganz realer und privater Lovesong möglichst viele Dur-Akkorde beinhaltet, widmen wir uns nun der Weisheit der großen Dichter und Denker der Pop- und Rockgeschichte. Denn von denen kann man so einiges lernen. In einem Drei-Minuten-Song steckt oft mehr Wahrheit über die Liebe als in einem 300-seitigen Ratgeber (das Buch Erste Hilfe für Frischverliebte natürlich ausgenommen).
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Liebe stinkt!
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Cat Stevens stellte 1967 fest: „The First Cut Is The Deepest“, sinngemäß: Die erste Verletzung geht am tiefsten. Die erste Liebe setzt Maßstäbe – schon allein, weil wir noch keinen Vergleich haben. Umso härter dann der Aufprall nach dem Fall aus Wolke Sieben. Warum das Liebesdebüt – und vor allem sein tragisches Ende – besonders schmerzintensiv ist, würden Zyniker so erklären: Als junge Menschen lieben wir unvorbelastet und unvoreingenommen – und rennen deshalb mit offenen Armen indas von Cat Stevens besungene Messer. Das Schlimme daran: Die Zyniker haben recht. Der Trick ist, trotz dieser ersten schmerzhaften Erfahrung weiterhin auf andere zuzugehen, auch wenn man das Messer in ihrer Hand blitzen sieht. Es könnte schließlich auch das Messer sein, mit dem man gemeinsam die Hochzeitstorte anschneidet.
„All You Need Is Love“ behaupteten die Beatles 1967. Die hatten leicht reden, bei dem Einkommen, das sie damals erzielten. Vor die Wahl gestellt, beantworten die meisten die Gewissensfrage „Geld oder Liebe?“ deutlich unromantischer als die britischen Pilzköpfe. In einer Umfrage im Auftrag eines Bad Homburger Chemieunternehmens signalisierten zwei Drittel der Befragten die Bereitschaft, für ein attraktives Jobangebot einige Jahre ins Ausland zu gehen.
Die indiskrete Frage der Partnerbörse Parship „Ist Liebe für Sie (auch) eine Frage des Geldes?“ wurde von mehr als der Hälfte der befragten Damen bejaht. Das Schöne an solchen düsteren Befunden: Es gibt immer genauso viele Umfragen, die das Gegenteil behaupten. Romantiker sollten sich also nicht beirren lassen. Die Befrager haben vermutlich einfach die falschen Leute interviewt. Nämlich diejenigen, die zu wenig Beatles-Platten gehört haben. Die Liverpooler wussten schließlich: „(Money) Can´t Buy Me Love“.
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Liebeskummer lohnt sich nicht
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„Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling, weil schon morgen dein Herz darüber lacht“, versprach 1964 Siw Malmkvist. Den präzise angegebenen Zeitpunkt des Lachens allerdings muss man als Metapher sehen, denn ob man am Trennungsschmerz nur bis „morgen“, ein paar Monate oder gar Jahre knabbert, ist individuell sehr verschieden. Lohnen tut er sich allemal. Nicht nur für die schwedische Schlagersängerin, deren Song sich millionenfach verkaufte, sondern auch für Betroffene. Denn nur wer das Beziehungsende reflektiert und verarbeitet hat, wird belohnt - mit Erkenntnissen, wie man es beim nächsten Mal besser macht. Sonst könnte Pat Benatar recht behalten. Sie vergleicht die Liebe mit einem Schlachtfeld: „Love Is A Battlefield“. Keinesfalls sollte man nach einer Trennung in die Resignation verfallen, die Bob Marley in entspanntem Reggae-Rhythmus lakonisch so zusammenfasste: „No Woman, No Cry“.
Denn die gute Nachricht, übermittelt per gesungenem Telegramm von Jürgen Marcus, lautet: „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“. Allerdings sollte man auch das Kleingedruckte lesen bzw. hören. Ein paar Zeilen davor trällert der Schlagerstar nämlich: „Mir erscheint die ganze Welt verrückt, denn ich bin glücklich wie noch nie.“ Auch das können Psychologen bestätigen: Liebende sind pathologische Fälle. Warum genau die Liebe strenggenommen in die Kategorie Geisteskrankheiten gehört, erfahren Sie in diesem Buch.
„Love Stinks“ heißt ein Lied der J. Geils Band aus dem Jahr 1980. Ganz so schlimm ist es nicht, aber einen Duft verströmt sie schon, die Liebe. Ob wir uns verlieben, hängt nämlich auch davon ab, ob wir uns gegenseitig gut riechen können. Inwieweit körpereigene Duftstoffe geheime Verführer bei der Partnerwahl sind, darüber lesen Sie später mehr.
Das Weiseste, was jemals über die Liebe gesungen wurde, stammt aber zweifelsohne aus dem sinnlichen Mund der australischen Pop-Prinzessin Kylie Minogue: „La la la la la la la“!
Dieser Text entstand für das Buch Erste Hilfe für Frischverliebte, wurde aber in der finalen Version aus Platzgründen gestrichen.
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Musik für Frischverliebte
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